Reisetagebuch meines Deutschlandaufenthaltes

 

Berlin

Freiburg 

Fulda

Schlussfolgerung

 

Einleitung

In den Jahren 2004 – 2006 besuchte ich das „Instituto de Formación Docente“ in Filadelfia, im paraguayischen Chaco. Dort habe ich meine Ausbildung als Grundschullehrerin gemacht. Anschließend an mein Studium hatte ich im Sommer 2006/07 die Gelegenheit, von eben diesem Institut aus an einer kurzen Deutschlandreise teilzunehmen. 
Während dieser Reise war ich verpflichtet, ein Reisetagebuch zu führen, das ich bei meiner Rückkehr dann bei meiner ehemaligen Schule (Instituto de Formación Docente) präsentieren musste. Hier nun das Resultat. 


Berlin

1. Januar 2007
Um etwa 12.00 Uhr kamen wir bei der Jugendherberge in Berlin an. Nach einem etwa 15stündigen Flug waren wir total geschafft. Aber es war so aufregend, in der Hauptstadt Deutschlands zu sein, dass wir gleich nach dem Einchecken und der Programmvorstellung unseres Berlinaufenthalts von Katharina Clemens, einen kleinen Spaziergang zum neuen Potsdamer Platz machten. Dort war noch der Weihnachtsmarkt, den ich bis dahin nur aus dem Fernsehen (Deutsche Welle) kannte, aufgebaut. Es war sehr schön, alles in Ruhe genießen zu können. Nachdem wir eine Weile auf dem Potsdamer Platz verbracht und auch noch eine Berliner Bratwurst verspeist hatten, gingen wir zurück zur Herberge, die sich ganz in der Nähe befand. Völlig erschöpft vom Flug und den vielen neuen Eindrücken ging ich dann schon um 17.00 Uhr ins Bett, weil ich ja am nächsten Tag wieder fit sein wollte. 
2. Januar 2007
Weil wir um 9.00 Uhr eine Führung hatten, mussten wir schon früh aus dem Bett. Frau Clemens holte uns also um 9.00 Uhr bei der Herberge ab und besuchte mit uns zuerst die Marienkirche. Diese gotische Kirche zählt zu Berlins ältesten Kirchen und wurde 1270 gebaut, 1294 erstmals urkundlich erwähnt und war neben der Nikolaikirche 2. Pfarrkirche Berlins. Die Kirche wurde bei einem Brand 1380 schwer beschädigt und wieder aufgebaut. Der Kirchenturm wurde folglich erst im 16. Jahrhundert fertig gestellt und erst 1789/90 mit einer neugotischen Haube bekrönt. 
Aus unmittelbarer Nähe konnten wir dann auch den 368m hohen Fernsehturm betrachten. Er ist das Wahrzeichen Ost-Berlins und wurde 1965/69 von einem Architektenkollektiv nach der Idee von Herman Henselmann erbaut. In 203 m Höhe befinden sich die Aussichtsplattform und darüber das drehbare Aussichtscafé. 
Danach gingen wir zum Neptunbrunnen, der den Meeresgott umgeben von vier Figuren, die die Flüsse Elbe, Oder, Rhein und Weichsel darstellen, zeigt. Er wurde im Jahre 1891 von R. Begas gebaut. Gleich hinter dem Brunnen befand sich auch das Rote Rathaus, das der Sitz des Berliner Magistrats war, bis West-Berlin nach dem Kriege bis 1990 vom Schöneberger Rathaus regiert wurde. Das Rote Rathaus befindet sich in der Nähe des Alexanderplatzes. Seinen Namen hat es nicht von seiner Politik, sondern von seinen roten Backsteinen. Das Gebäude wurde 1861/69 im Stil der Neurenaissance mit einem 74 m hohen Turm gebaut. Heute ist das Rathaus Sitz des regierenden Bürgermeisters und des Senats. 
Anschließend begaben wir uns in das Nikolaiviertel, dem ältesten Stadtteil Berlins. Dieses Viertel wurde zur 750-Jahr-Feier Berlins im Jahre 1987 rekonstruiert. Hier bewunderten wir auch die Nikolaikirche. Es ist die älteste Kirche Berlins. Sie wurde 1230 gebaut. Nach ihrer Zerstörung wurde sie bis auf die Grundmauern total neu aufgebaut. 
Nach einer kurzen Kaffeepause besuchten wir dann die Friedrichswerdsche Kirche, in der verschiedene Skulpturen von berühmten Persönlichkeiten aus der Geschichte Berlins zu besichtigen waren. 
Auch der Besuch am Gendarmenmarkt war höchst interessant. Dort fanden wir wunderbare Gebäude aus dem 18. Jahrhundert vor, die von einem vorbildlichen Wiederaufbau zeugen. Eines dieser Gebäude war das Konzerthaus. Es wurde 1818/21 von Karl-Friedrich Schinkel erbaut und diente als Schauspielhaus, bevor es völlig zerstört und 1984 wiedererbaut wurde. Zu beiden Seiten dieses Gebäudes sahen wir die Französische und die Deutsche Kirche (auch Französischer und Deutscher Dom genannt). Die Französische Kirche wurde 1701/05 für die Hugenotten erbaut und enthält auch deren spezielles Museum. Die Deutsche Kirche wurde 1701/08 erbaut und als genaues Gegenstück der französischen Kirche gestaltet, insbesondere durch die 1780/85 von C.V. Gontard erbauten bekuppelten gleichen Türme. Nicht umsonst wird dieser Platz oft als der schönste Berlins bezeichnet. Auch auf diesem Platz war ein Weihnachtsmarkt aufgebaut gewesen, von dem jetzt nur noch die Reste zu erkennen waren (er wurde gerade abgebaut). 
Sehr interessant war für mich dann auch die Besichtigung des Brandenburger Tores. Es ist das Symbol der Deutschen Einheit. Das Brandenburger Tor ist das einzig erhaltene von ehemals 18 Stadttoren. Es wurde zwischen 1788 und 1791 von Carl Gotthard Langhans nach dem Vorbild der griechischen antiken Propyläen auf der Akropolis gebaut. 
Danach waren wir kurz beim Mahnmal für die ermordeten Juden (im Zweiten Weltkrieg). Es liegt ganz in der Nähe des Brandenburger Tores. Dieses Mahnmal besteht aus einer großen Fläche, die mit Zementsteinen in unterschiedlichen Größen gestaltet ist. Zwischen diesen Steinen kann man spazieren gehen. 
Nach diesem inhaltreichen Rundgang waren wir alle ziemlich erschöpft und hungrig. Frau Clemens teilte uns also in drei Gruppen auf, gab die Arbeitsanweisungen für die verschiedenen Gruppen und verabschiedete sich dann von uns. Bei der Gruppenarbeit handelte es sich um eine Art Schnitzeljagd. Jede Gruppe wurde einem Stadtteil Berlins (Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Berlin Mitte) zugewiesen und musste diesen nach den gegebenen Arbeitsanweisungen erkunden. Zusammen mit Jennylu, Jimmy, Norbert und Reinhard machte ich mich also auf den Weg in den Stadtteil „Prenzlauer Berg“. Man hatte uns den Weg dahin auf einem Zettel beschrieben. Dort angekommen gingen wir erst einmal italienisch essen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns an die Arbeit. Wir hatten eine Karte bekommen, auf der die zu erkundende Straße eingezeichnet war. Eine der Aufgabe lautete z. Bsp.: Kastanienallee 22, Messias und kein Pförtner. Also mussten wir uns bei der Adresse erkundigen, was mit der komischen Andeutung gemeint war. Nachdem wir mit einer Person gesprochen hatten, wussten wir, dass sich an diesem Ort die einzige Kirche in Berlin befand, in der die Juden sich in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg legal treffen konnten. Es handelte sich um eine Kapelle, die von der Straße aus nicht zu sehen ist. Sie ist aber gut erhalten geblieben. Zehn solche oder ähnliche Aufgaben mussten wir lösen, bevor wir uns am späten Nachmittag auf den Heimweg, also zur Herberge begaben. 
Nach dem Abendessen in der Herberge sollte es dann zum „Varieté Chamäleon“ gehen. Da ich mich aber nicht wohl fühlte, musste ich den Abend im Bett verbringen. 
3. Januar 2007
Nach dem Frühstück traf sich die Gruppe mit Frau Clemens bei der Herberge, um die Gruppenarbeiten des Vortages auszuwerten. Frau Clemens erklärte uns zuerst die Bedeutung der Redewendung „Berlin ist viele Dörfer“. Die Stadtteile Prenzlauer Berg und Kreuzberg gehörten früher nämlich nicht zu Berlin. Sie waren zwei von den Dörfern, die nach und nach zu einer Großstadt zusammengewachsen sind, die sich heute Berlin nennt. Erst seit 1920 bilden die ehemaligen Dörfer Stadtteile Berlins. Frau Clemens erklärte uns weiter, dass Berlin sich im „Umbruch“ befindet. Die Stadt ist überfüllt mit Baustellen. Deshalb hat die Stadt auch sehr viele Schulen (ca. 60 Mio.). 
Nach den einleitenden Erklärungen waren dann die verschiedenen Gruppen mit der Präsentation ihres jeweiligen „Kiezes“ dran. So hatten wir Gelegenheit, etwas mehr aus der Geschichte Berlins kennen zu lernen. Die Gruppen hatten auch verschiedene Materialien wie Prospekte. Fotos und Karten für die Präsentation gesammelt. Frau Clemens gab Ergänzungen, wo es Not tat. Nach ca. 3stündiger Auswertung gingen wir dann zum Potsdamer Platz, um dort zu Mittag zu essen. Die meisten Studenten gingen in den „Arkaden-Shopping“, um Düren Döner zu essen. 
Am Nachmittag besuchten wir dann den Deutschen Bundestag, wo wir im Plenarsaal Erklärungen zum Bundestag bekamen. Danach gingen wir noch auf die Kuppel, die sich über dem Plenarsaal befindet. Der Reichstag wurde 1884/94 nach den Plänen des Architekten Paul Wallot im Stil der italienischen Hochrenaissance gebaut. Im Ersten Weltkrieg wurde dann die Aufschrift „Dem Deutschen Volke“ über dem Portal hinzugefügt. Im Februar 1933 wurde das Gebäude durch einen Brand weitgehend zerstört und nicht renoviert. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Rest des Gebäudes dann noch zerstört. Erst 1970 war der Wiederaufbau abgeschlossen. Später wurde das Gebäude dann noch weiter ausgebaut und modernisiert. Seit 1999 ist das geschichtsträchtige Gebäude wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Nach dem Abendessen in der Herberge fuhren wir dann noch zum Grips Theater. Vorgeführt wurde das Stück „Linie 1“, eine musikalische Revue von Volker Ludwig. Das dreistündige Musical stellt das Leben und Überleben in der Großstadt dar. Eine junge Ausreißerin kommt nach „West-Berlin“ (80er Jahre). Sie ist auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen, einem Berliner Rockmusiker. Auf der Suche nach ihm bleibt sie auf der U-Bahn-Linie 1 hängen und lernt dort unterschiedliche Menschentypen kennen. 
4. Januar 2007
Wir hatten den Vormittag zur freien Verfügung. Also fuhren wir zu viert (die Mädchen aus dem dritten Kurs) zum Berliner Zoo. Dort sah ich erstmals in meinem Leben echte Wölfe und hörte sie sogar heulen. Erstaunlich viele Tierarten (15391 Tiere in 1168 Arten) konnte man in diesem Zoo bewundern. Der Berliner Zoo wurde 1844 erbaut und ist der älteste Zoo Deutschlands. Er ist einer der größten Zoos Europas und gehört zu den artenreichsten der Welt. Danach gingen wir in der Berliner Innenstadt einkaufen. 
Um 15.00 Uhr versammelten wir uns dann wieder als ganze Gruppe bei der Jugendherberge, wo Herr Andreas Hallen uns einen Vortrag zum Thema „Die Rolle Berlins im erweiterten Europa“ brachte. 
Kurz etwas zu diesem Vortrag: 1930 war Berlin die größte Industriemetropole Europas und gehörte neben Paris zur Kulturmetropole Europas. Berlin war das Zentrum der Industrie, der Wissenschaft, der Forschung, der Medien, usw. Das alles gehört der Vergangenheit an. Mit Hitler kam 1933 das Ende dieser „Epoche“. Die Zerstörung Deutschlands und Berlins begann. Nach Ende des Krieges 1945 wird Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Auch Berlin ist eine „Viermächtestadt“. Jeden Tag gehen 10.000 Flüchtlinge in den Westen. Es handelt sich hier um junge Leute, also gute Arbeitskräfte. Klar, dass der Westen etwas unternehmen muss. Also wird 1961 um Westberlin eine Mauer gebaut. Berlin ist bis zum Mauerfall am 9. November 1989 in Ost und West geteilt. Klar ist, dass die Trennung Berlin wirtschaftlich schwach gemacht hat. Ein Neuanfang bringt viele Dinge mit sich. In Berlin wird viel geplant und gebaut. Deshalb sagt man heute: „Berlin ist nicht, Berlin wird.“ Berlin ist für Touristen aber vor allem wegen seiner Geschichte attraktiv. Deshalb gehört sie zu den dritt best besuchten Städten Deutschlands. Heute ist Berlin Regierungssitz, die Sadt ist die Musikhauptstadt Deutschlands, sie ist eine Modestadt, hier werden viele Filme produziert, usw. In Berlin leben ca. 183 Nationen. 
Nachdem Herr Hallen sich dann verabschiedet hatte, aßen wir bei der Herberge zu Abend und fuhren dann zur Museumsinsel. Es handelt sich hier um eine Insel, auf der sich fünf große Museen, die zum Weltkulturerbe gehören, befinden. Eigentlich wollten wir die Alte Nationalgalerie besuchen. Aber die Warteschlange war so lang, dass wir beschlossen ins Pergamonmuseum zu gehen. Dort werden antike Bauten (Ausgrabungen) aus der ganzen Welt ausgestellt. Namensgeber dieses Museums ist der Pergamon-Altar, der um 180/160 vor Christus geschaffen und um 1865 am Burgberg der heutigen türkischen Stadt Bergama entdeckt und ab 1878 ausgegraben wurde. Der „Relief-Fries“ stellt den Kampf zwischen Göttern und Giganten dar. 
5. Januar 2007
Am Vormittag besuchten wir die Berliner Galerie. Hier hatten wir eine Führung durch die Malerei der Weimarer Republik, des Dadaismus und der Kunst der Moderne. Verschiedene Bilder wurden von den Studenten interpretiert und von der Führung ergänzt. 
Die Gruppe ging dann beim „Taz Espresso“ essen.
Danach führte Herr Andreas Hallen die Gruppe noch zum Checkpoint Charly (3. Kontrollpunkt der Amerikaner), zur ehemaligen Mauer und zum Ex- Gestapogelände. Nach dem Rundgang waren wir frei, um die besuchten Orte noch genauer zu untersuchen. Beim Mauerstreifen waren zum Beispiel viele Plakate mit Informationen zur Geschichte Berlins ausgehangen, die man durchlesen konnte. 
Gegen Abend gingen wir dann noch kurz zum Potsdamer Platz und abends gingen wir ins Kino. Dort sahen wir uns den Film „Das Leben der Anderen“ an. Der Film zeigt wie das Leben eines oppositionellen Schriftstellers zu Nazizeiten ausgesehen haben könnte. 
6. Januar 2007
Vormittags besuchten wir als ganze Gruppe das Schloss Charlottenburg. Es war früher die Sommerresidenz der preußischen Könige. Erstmals wurde das Schloss 1695/99 gebaut. Friedrich I, der 1.König von Preußen, baute es für seine Frau Sophie Charlotte. Das Schloss wurde im Krieg ausgebrannt und danach wieder sorgfältig restauriert. Es gehört heute zu den Berliner Museumszentren. 
Nach dem Besuch des Schlosses waren wir kurz im KaDeWe (Kaufhaus des Westens). Es gehört zu den größten Kaufhäusern Europas. 
Danach waren wir wieder frei. Als kleine Gruppe fuhren wir dann zum Olympia Stadion. Da an diesem Tag keine Führung angeboten wurde, mussten wir uns mit einem selbstständigen Rundgang zufrieden geben. Aber es war schon beeindruckend, in so einem großen Stadion, das man nur aus dem Fernsehen kennt, zu sein. Danach gingen wir noch eine „Curry-Wurst“ essen und begaben uns dann wieder in die Herberge.
Abends besuchten wir als ganze Gruppe das Weihnachtsoratorium im Berliner Dom. Die Akustik war schon beeindruckend. Schade fand ich, dass wir von unserer Loge aus die Musikanten nur schlecht sehen konnten. 
7. Januar 2007
Wir machten uns schon recht früh auf den Weg nach Freiburg. Nach einer 6stündigen ICE-Fahrt kamen wir um 13.00 Uhr in Freiburg an. Frau Heide Walb, unsere ehemalige Lehrerin, holte uns am Bahnhof ab. Nach der Begrüßung gingen wir zuerst italienisch essen und fuhren dann mit der Straßenbahn zur Jugendherberge. Nachdem Frau Walb uns über den Aufenthalt in Freiburg informiert hatte, waren wir wieder frei. Da ich ziemlich müde war, machte ich mir einen gemütlichen Abend bei der Herberge.


Freiburg 

Unser Aufenthalt in Freiburg konzentrierte sich auf die Besuche der Vorlesungen und Seminare an der Pädagogischen Hochschule, die wir schon vor einigen Monaten in Paraguay ausgesucht hatten. Wir hatten uns dafür in zweier oder dreier Gruppen zusammengetan. 

8. Januar 2007
Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg zur Pädagogischen Hochschule (PH). Dort begrüßte uns Herr Lebfromm, vom Akademischen Auslandsamt. Er stellte uns auch eine Studentin vor, die uns während unseres „Schnupperstudiums“ an der PH „begleiten“ würde. Dann stellte er uns das Programm für Freiburg vor und entließ uns zu unserem ersten Seminar. 
Zusammen mit Miriam Essau und Miriam Zacharias besuchte ich das Seminar von der Dozentin Schmid-Barkow. Die Studenten beschäftigten sich gerade mit dem Leselernprozess. Die Dozentin hatte eine Audioaufnahme von einem Kind dabei, das die ersten Leseversuche machte. Nachdem wir uns die Aufnahme angehört hatten, besprachen wir folgende Punkte im Plenum: Erste Eindrücke, Buchstabenkenntnisse, Leseprozess, Sinnerfassung und Lehrerhilfen. Als wir damit fertig waren, verteilte die Dozentin zwei Texte, die wir in Dreiergruppen lesen und analysieren mussten. Am Schluss der Stunde wurden die Ergebnisse dann wiederum im Plenum ausgewertet.
Um 12.00 Uhr machte die Gruppe zusammen mit Frau Elsner, Herrn Lebfromm und Herrn Wanyek einen Rundgang bei der PH. 
Um 13.00 Uhr gingen wir dann in die Mensa und danach in die Informatikräume. Ich fand es sehr nett, dass wir in der PH auch kostenlosen Zugang zum Internet erhielten!
Danach waren wir wieder frei. Als kleine Gruppe fuhren wir also in die Stadt, schlenderten durch die Straßen und genossen einfach die Stadt. 
9. Januar 2007
Am Vormittag (10.00 – 12.00 Uhr) hatten wir eine Vorlesung mit dem Dozenten Wahl. Das Rahmenthema dieser Vorlesung war „das Gedächtnis (Lernpsychologie)“. Konkret ging es um die Enkodierung und Speicherung im menschlichen Gehirn. Da wir dieses Thema schon vor einem Jahr im Institut für Lehrerbildung durchgenommen hatten, war mir der größte Teil schon bekannt. Ganz toll fand ich, dass der Dozent immer wieder kleine Auflockerungsübungen, die aber zum Thema passten, einsetzte. Bei einer Übung diktierte er uns also Zahlen (er fing mit vierstelligen Zahlen an und ging bis zehnstellige Zahlen), die wir dann aus dem Gedächtnis aufschreiben mussten. 
In der Mittagspause aßen wir dann in der Mensa und wurden danach durch die Bibliothek geführt. Die riesige Bibliothek und auch die Ordnung waren wirklich beeindruckend. 
Von 14.00 – 16.00 Uhr besuchten wir dann eine Vorlesung zum Thema „Einführung in die Schulpädagogik“ mit Prof. Dr. Katharina Maag Merki. Das Stundenthema war „Lehrerprofessionalität“. Es war für uns ganz interessant zu hören, was für die deutschen Studenten einen guten Lehrer ausmacht. Sie gaben folgende Punkte an: Natürliche Autorität, Fachwissen, Umgang mit Menschen, Beratende Funktion, Perspektiven und Ziele aufzeigen können, objektiv und fair sein, offen für Neues, Vorbild und konsequent sein. Die Professorin hatte ein Zitat von Valentin Herzog mitgebracht, das die Aufgabe des Lehrers sehr treffend beschreibt: „Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel und unwegsamem Gelände in nord - südliche Richtung zu führen. Und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.“ Weiter sagte die Professorin, dass man sich folgende Fragen immer wieder stellen müsse, wenn man sich als Lehrer selber weiterentwickeln will: Welche Qualitäten strebe ich an, Welche Aufgaben stelle(n) (s)ich mir, mit welchen Tätigkeiten setze ich mich auseinander, auf welche Grundlagen kann und will ich zurückgreifen? Ihr war auch sehr wichtig, dass die Studenten folgende Aussage verstanden: „Professionelles Handeln kann man lernen!“ 
Abends gingen dann noch ins Kino („Harmonie“) und schauten uns den Film „Liebe macht keine Ferien“ an. 
10. Januar 2007
Vormittags fuhren wir zu dritt mit Frau Schmid-Barkow mit nach Denzlingen. Dort nahmen wir bei der Brückleackerschule an einem Unterrichtspraktikum teil. In der Klasse 2a (29 Schüler) durften wir dabei sein, während zwei Studentinnen je eine Stunde unterrichteten. Danach fand dann die Nachbesprechung mit der Dozentin und den anderen Studenten statt. Es verlief ähnlich so, wie wir es aus Paraguay kannten.
Am Nachmittag machten wir als ganze Gruppe zusammen einen Stadtrundgang. Dabei bestiegen wir auch den 1515 fertig gestellten Münster. Es war ganz schön anstrengend, die 365 Treppen zu laufen. Frau Thea Hunisch, Frau Heide Walb und ein weiterer Herr erzählten uns beim Rundgang so einiges über die Stadt, was sehr hilfreich und interessant für uns war. 
Abends ging ich dann noch mit Jennifer zur PH, wo wir uns für einige Stunden im Internet verloren. 
11. Januar 2007
An diesem Morgen mussten wir schon ziemlich früh aus den Federn, weil wir von 8.00 – 10.00 Uhr ein Seminar zum Thema „Bildung und Erziehung in früher Kindheit“ hatten. In diesem Seminar wurden zu diesem Zeitpunkt gerade die Bildungspläne für deutsche Kindergärten durchgearbeitet. Eine Gruppe Studenten hatte sich über das Thema informiert und präsentierte die Ergebnisse. 
Am Nachmittag besuchten wir dann von 14.00 – 16.00 Uhr ein weiteres Seminar. Auch hier brachten drei Studenten ein Referat zum Thema „Was Schreiben beeinflusst: Epistemologische Überzeugungen und Motivation“. Nach einigen kurzen Erklärungen wurden die Studenten dann in Dreiergruppen aufgeteilt und mussten eine Arbeit zum Thema „Kreatives Schreiben“ machen. 
Abends besuchte die ganze Gruppe das Theater Othello, wo das Stück „Der Mohr von Venedig“ vorgetragen wurde. 
12. Januar 2007
Zusammen mit der hälfte der Gruppe besuchte ich die „Weiherhofrealschule“, die Schule, an der Frau Heide Walb unterrichtete. 
In der ersten Stunde ging ich in den Deutschunterricht in einer 10. Klasse. Dort wurde der Zeitungstext „Alles hinterlässt eine Wirkung – auch Killerspiele“ (ein Artikel des Mediziners und Psychologen Joachim Bauer über Gewaltvideospiele und ihre jugendlichen Anwender) bearbeitet. Die Schüler beschäftigten sich schon seit einigen Stunden mit dem Text (Klären von schwierigen Wörtern, Zusammenfassung des Textes, usw.). In dieser Stunde wurden die Arbeitsergebnisse vorgetragen und im Plenum wurde anhand eines Mainpapps ein Feedback gemacht. 
In der zweiten Stunde besuchte ich eine 6. Klasse. Hier lernte die Schüler, wie man Referate vorträgt. Zwei Schüler trugen also ihr Referat über Estland vor. Danach wurde der Vortrag im Plenum beurteilt. Die Beurteilung wurde nach folgenden Punkten gemacht: Inhalt (viele Infos, verständlich), Folie (Bilder, übersichtlich, sauber) und Vortrag (laut und klar, Blickkontakt). Ich fand es toll, dass die Schüler selber die Beurteilung machten. 
In der dritten Stunde war ich dann noch in einer 8. Klasse dabei. Hier gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Macht Fernsehen krank und dumm?“. 
Anschließend hatten wir dann noch eine kurze Besprechung mit Frau Walb, wo wir dann unsere Eindrücke loswerden konnten. 
Den Nachmittag verbrachten wir dann in der Stadt und abends gingen wir ins Kino (Cinemax). Dort schauten wir uns „Die Queen“ an.
13. Januar 2007
Als kleine Gruppe machten wir einen Tagesausflug in die Berge. Zuerst fuhren wir zum Schluchsee, der sich ca. 1000 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Dort machten wir einen langen Spaziergang und genossen die Natur und die Ruhe. Nachdem wir ca. zwei Stunden dort verbracht hatten, machten wir uns auf dem Weg zum Titisee. Auch dort war es wunderschön. Der Unterschied war, dass hier viel mehr los war. Hier befanden sich mehr Geschäfte und auch sonst war es hier nicht so natürlich wie beim Schluchsee. Aber ich fand auch diesen See traumhaft schön. 
Als wir wieder in der Stadt ankamen, machten wir dort noch einen Einkaufsbummel und waren dann heilfroh, als wir wieder bei der Herberge ankamen. Der Tag war sehr schön gewesen, aber so viele neue Eindrücke lassen einem ja auch ermüden. 
14. Januar 2007
Um ca. 5.00 Uhr machten wir uns auf dem Weg nach Paris. Nach etwas mehr als 6 Stunden Zugfahrt kamen wir dann in Paris an. Die Sonne schien und der Himmel zeigte sich von seiner besten Seite. Ein Wetter, das wir in Deutschland schon sehr vermisst hatten. Am Bahnhof kauften wir uns dann eine U-Bahn-Tageskarte. So konnten wir schnell zu den Orten fahren, die wir besuchen wollten. Zuerst besuchten wir die Basilika Sacré Coeur (1874 ff.) auf dem Montmartre-Hügel. Danach fuhren wir zum Arc de Triomphe (1806-1836). Dann war endlich auch der Eiffelturm (1885-1889), das Wahrzeichen von Paris, dran. Anschließend besichtigten wir auch die Kathedrale Notre – Dame (12.13.Jh.) und machten einen Spaziergang entlang der Seine, wo wir dann auch an der Point Neuf vorbeikamen Abschließend besichtigten wir dann noch die Saint-Chapelle. Nach einem sehr voll gepackten Nachmittag machten wir uns dann um 18.12 Uhr auf den Rückweg. Um 24.12 Uhr kamen wir dann in Freiburg an und erreichten gerade noch die letzte Straßenbahn. Die Reise hatte sich voll und ganz gelohnt. 
15. Januar 2007
Wir schwänzten die erste Vorlesung, da wir uns so früh einfach nicht aus dem Bett kriegen konnten. Von 10.00 – 12.00 Uhr waren wir dann wieder wie in der ersten Woche beim Seminar mit Frau Schmidt-Barkow mit dabei. Das Thema dieses Seminars war folgendes: „Direktes Worterkennen – indirektes Worterkennen: Welche Strategie ist die „bessere“?“ Wir beschäftigten uns mit dem Zweiwegemodell von Sch. Neumann und kamen zu der Schlussfolgerung, dass man beide Verfahren flexibel einsetzten können muss. 
In der Mittagspause wurden wir dann durch das Schreibzentrum und die Pädagogische Werkstatt geführt. Im Schreibzentrum findet normalerweise die Schreibberatung statt. Es handelt sich um eine individuelle Beratung durch ausgebildete Schreibberater – von der Themeneingrenzung bis zur Endredaktion für alles Fächer. Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, die besonders von ausländischen Studenten in Anspruch genommen wird. In der Pädagogischen Werkstatt werden von den Studenten zum Beispiel Materialien für Referate vorbereitet.
Am Nachmittag bummelten wir dann wieder in der Stadt rum und abends übten wir die Lieder für unseren Paraguayabend. 
16. Januar 2007
Morgens besuchten wir wie in der ersten Woche die Vorlesung mit dem Dozenten Wahl. Dieses Mal war das Thema „Gedächtnis – Abruf und Vergessen“. Zur Motivation stellte der Dozent eine ganze Reihe Fragen, die immer eine Zahl als Antwort erforderten (Bsp. Wie viele Muskeln hat der menschliche Körper? Wie viele Kinder hatte J. S. Bach?). Danach waren alle Besucher der Vorlesung für die Vorlesung fitt! 
Am Nachmittag gingen wir zu dritt auf den Schlossberg, der sich in Freiburg befindet. Es war ganz schön anstrengend, aber auf dem Berg hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die Kälte dort oben war auch richtig erfrischend. 
Abends gingen wir in Kino (Harmonie), wo wir uns den Film „Departed – Unter Feinden“ anschauten. 
17. Januar 2007
Am Vormittag waren wir in der Stadt unterwegs. Um 12.00 Uhr hatten wir eine Besprechung mit Herrn Lebfromm. Er informierte uns über die Studienmöglichkeiten für IfL – Studenten an der PH Freiburg. Ansonsten waren wir an diesem Tag frei. 
18. Januar 2007
Um 12.00 Uhr hatten wir die Gelegenheit, bei einer Schreibberatung im Schreibzentrum der PH dabei zu sei. Beraten wurde ein ausländischer Student, der dabei war, seine Abschlussarbeit zu schreiben. 
Am Nachmittag ging ich mit drei weiteren Mädchen zu Frau Walb, wo wir dann typisches paraguayisches Essen („Chipa“ und „Sopa Paraguaya“) für den Abend vorbereiteten. 
Abends veranstalteten wir dann bei der PH einen „Paraguayabend“. Wir hatten einige typische Sachen aus Paraguay (Hängematte, „Guampa“ usw.) ausgestellt, zeigten eine kurze Power – Point - Präsentation und sangen einige Lieder. Nachher luden wir unsere Gäste ein, Tereré und das Essen zu probieren. Von der PH aus hatte man auch ein Buffet vorbereitet, das wir dann anschließend alle gemeinsam genossen. Trotz der wenigen Besucher fand ich den Abend doch gelungen.
19. Januar 2007
Am Vormittag besuchten wir als ganze Gruppe die „Gertrud Luckner Gewerbeschule“. Es ist eine riesige Berufsschule. Ich war sehr beeindruckt von der guten materialen Ausstattung der Schule. Den Schülern standen die neusten und modernsten Geräte zur Verfügung. 
Am Nachmittag machten sich dann auch schon einige Studenten auf dem Weg zu ihren Gastfamilien. Es hieß also Abschied nehmen. 
Am Nachmittag traf ich dann eine Brieffreundin, die ich bis dahin noch nie gesehen hatte. Obwohl wir uns durch den Briefwechsel schon ein wenig kannten, war es zuerst doch ein wenig komisch, als wir uns endlich gegenüberstanden. Aber nach kurzer Zeit war das Eis gebrochen und wir verbrachten einen sehr schönen Nachmittag in der Stadt. 
Abends machten wir dann als Gruppe schon einmal eine kleine Auswertung der Reise, da wir uns ja am nächsten Tag alle trennen würden. Zum Abschied aßen wir dann noch alle zusammen Eis. 


Fulda

20. Januar 2007
Gleich morgens (8.57 Uhr) machte ich mich auf dem Weg nach Fulda. Nach ca. drei Stunden ICE-Fahrt kam ich um 12.09 Uhr auf dem Hauptbahnhof in Fulda an. Meine Gastschwester, die ich vor ca. einem Jahr in Paraguay kennen lernte, erwartete mich dort schon. Es war sehr schön sie nach langer Zeit wieder zu sehen! Nachdem ich meine Gastfamilie dann kennen gelernt, mich ein wenig ausgeruht und frisch gemacht hatte, fuhr ich noch mit meiner Gastschwester zur Geburtstagsparty einer Freundin. Zuerst fühlte ich mich da ein wenig fehl am Platz. Aber so nach und nach kam ich mit den anderen ins Gespräch und so wurde es ein ganz toller Abend. Besonders toll fand ich, dass ich dort auch noch einen Jungen kennen lernte, der in der darauf folgenden Woche nach Paraguay fliegen wollte. 
21. Januar 2007 
Morgens fuhr ich mit meiner Gastschwester und ihrem Vater mit zur Kirche. Es war das erste Mal, dass ich in Deutschland einen Gottesdienst besuchte. Bei der Kirche angekommen konnte ich kaum glauben, dass ich mich in Deutschland in einer Kirche befand, wo die Frauen nur Röcke, keinen Schmuck und auch kein Make-up trugen. Da ich keinen Rock mitgebracht hatte, hatte ich Hosen angezogen, wofür ich auch einige schiefe Blicke einfing; aber ansonsten wurde ich recht gut empfangen. Nach den ersten, ein wenig abschreckenden Eindrücken, war ich dann doch positiv überrascht, dass ich mich in der Kirche so wohl fühlte. Es war wie Zuhause, d.h. dass die Gottesdienstgestaltung ähnlich wie bei uns war. Das kommt wahrscheinlich davon, dass die Gottesdienstbesucher fast ausschließlich Russlanddeutsche waren. Also „Verwandte“ meiner Vorfahren, die ja ursprünglich auch aus Russland kommen. 
Den Tag verbrachte ich dann bei meiner Gastfamilie Zuhause. Abends fuhr ich dann zusammen mit meiner Gastschwester, deren Schwester und deren Mann zu einem christlichen Konzert in Fulda. Das Konzert wurde von Albert Frey und Andrea Adams Frey gebracht. Es war toll, weil ich die Lieder von Albert Frey gut kenne; sie werden bei uns auf den Jugendveranstaltungen gesungen. Es war ein toller Abend!

Mein Unterrichtspraktikum an der Grundschule Haimbach konzentrierte sich fast ausschließlich auf Unterrichtsbeobachtungen.
22. Januar 2007
Meine Gastschwester brachte mich am ersten „Schultag“ zur Praktikumsschule. Als wir nach einigem Suchen endlich das Lehrerzimmer gefunden hatten und niemand darum Bescheid wusste, dass ich mein Praktikum hier machen wollte, bekam ich schon ein komisches Gefühl im Magen. Aber es dauerte nicht lange, da tauchte meine Betreuerin auf und die wusste dann zum Glück Bescheid. 
Frau Petra Dechert, meine Betreuerin, nahm mich dann mit in ihre Klasse. Es war eine 2.Klasse mit 23 Schülern. Die Schüler bildeten einen Kreis, begrüßten sich mit dem „Begrüßungsritual“ und erzählten dann vom Wochenende. Das Hauptthema war natürlich der Sturm „Kyril“, der in der vergangenen Woche große Teile Deutschlands verwüstet hatte. 
Nachdem die Erzählrunde beendet worden war, mussten die Schüler ein Diktat von 49 Wörtern schreiben. 
Nach 90 Minuten durften die Schuler dann ihr Frühstück essen und danach in die große Pause (30 Minuten) gehen. 
In der dritten Stunde war dann Mathe dran. Mir gefiel sehr, dass die Schüler beim Rechnen an der Tafel jeden Schritt, den sie machten, verbalisieren mussten. Die Lehrerin fragte auch immer, ob jemand anders gerechnet hätte. Wenn ja, dann durften auch diese Schüler an die Tafel kommen und ihren Rechenweg, der sich ja von dem der anderen Schüler unterschied an der Tafel erklären. Zusammen überlegte man dann auch die Vor- und Nachteile der verschiedenen Rechenwege. Ein Schüler rechnete mit Klötzen. Die Lehrerin erklärte mir, dass er rechenschwach sei und deshalb auch keine Proben mitschriebe. Man nahm ihn einfach so mit, aber er würde es wegen dieser Schwäche nur bis auf die Hauptschule schaffen. 
In der vierten Stunde behandelten die Schüler im Sachunterricht die “Knöchelregel”. Konkret ging es darum, dass die Schüler anhand ihrer Fingerknöchel abzählen konnten, ob der Monat 30 oder 31 Tage hat. 
Nach der Schule (also um 11.45) holte meine Gastschwester mich ab und zeigte mir, wo ich weiterhin mit dem Bus zur Grundschule Haimbach fahren konnte. Danach machten wir uns einen gemütlichen Tag Zuhause. 
23. Januar 2007
Da ich einen Bus verpasst habe, kam ich ein wenig zu spät in die Schule. In der ersten Stunde schaute ich beim evangelischen Religionsunterricht einer 3. Klasse mit 4 Schülern zu. Die niedrige Schülerzahl zeigte, dass die evangelischen Christen in Fulda nur eine kleine Minderheit bildeten. Das Thema dieser Stunde war die Salbung Sauls. Um dieses zu Veranschaulichen hatte der Pastor auch ein gut riechendes Öl mitgebracht, mit dem er jeden Schüler ein Kreuz auf die Hand malte. Nachdem der Pastor die Geschichte erzählt hatte, wurde sie von den Schülern im Rollenspiel gespielt. 
In der zweiten Stunde war ich beim evangelischen Religionsunterricht in einer 4. Klasse mit 4 Schülern dabei. Hier wurde das Thema „Saul, der gerechte König“ behandelt. Die Stunde verlief ähnlich wie die erste Stunde.
In der dritten Stunde war ich wieder in der Klasse von Frau Dechert. Die Lehrerin fing mit einem kleinen Gedächtnistraining (Kopfrechnen) an und führte dann schriftliche Sachaufgaben ein. Sie schrieb einige Daten an die Tafel und die Schüler mussten dazu Fragen formulieren. Nachher wurden die gestellten Fragen im Plenum gelöst.
In der letzten Stunde war ich wieder bei Frau Dechert. Die Schüler bekamen die Diktate zurück. Die Lehrerin wertete zusammen mit den Schülern die Ergebnisse aus und danach mussten die Schüler die Fehler berichtigen. Das Diktat war sehr gut ausgefallen (keine 5er und nur zwei 4er). 
Abends ging ich zusammen mit meiner Gastschwester zur Gebetsstunde in ihrer Kirche. Wir hörten uns eine kurze Andacht und einige Zeugnisse an. Danach konnte jeder Gebetsanliegen mitteilen und zum Schluss fand dann eine gemeinsame Gebetsrunde statt. Nach der Gebetsrunde blieben wir noch eine Weile bei der Kirche und pflegten Gemeinschaft mit den anderen Jugendlichen. Der Abend war richtig aufbauend für mich!
24. Januar 2007
Diesen Vormittag verbrachte ich in einer 1. Klasse mit 18 Schülern. Ich dachte, dass ich den Vormittag nicht überleben wurde, da die Schüler so frech und ungezogen waren. Mir wurde zum Beispiel gesagt: „Ich würde dir gerne Scheiße und Quark ins Gesicht schmieren“. Jetzt im Nachhinein kann ich darüber lachen, aber damals war ich ganz baff. 
Die Lehrerin arbeitete mit der Tobi – Fibel. In der ersten Stunde führte sie den Buchstaben „W“ ein. Jeder Buchstabe hatte ein Handzeichen und die Lehrerin legte sehr großen Wert auf die Akustik. Die Ss bekamen also nach dem mündlichen Teil drei Arbeitsblätter mit Übungen zum neuen Buchstaben. Sie durften selber entscheiden, womit sie anfangen wollten.
In der zweiten Stunde lernte die Lehrerin mit den Schülern zusammen das Gedicht „Wir“ auswendig. 
In der dritten Stunde machten die Schüler im Mathematikunterricht einen Rechenmarathon. Die Lehrerin diktierte Aufgaben (Bsp.: 4+2=) und die Schüler schrieben nur das Ergebnis auf. Danach führte die Lehrerin Aufgaben mit Überschreitung des Zehners ein. Zum Schluss erhielten die Schüler ein Arbeitsblatt.
In der letzten Stunde lernten die Schüler im Musikunterricht das Lied „Ich bin ein kleiner Pinguin“. Die Schüler durften sich dann auch passende Bewegungen zum Lied ausdenken und diese vortragen. Die Lehrerin hatte unendlich viel Geduld mit den Schülern, die sich unmöglich benahmen.
Nachmittags schaute ich mir „Big Mama 1 und 2“ an. Abends fuhr ich kurz mit meiner Gastschwester in Stadt, um einige Einkäufe zu machen. Danach schaute ich mir noch den Film „Honey“ mit Jessica Alba an. 
25. Januar 2007
In der ersten Stunde ging ich wieder in die Klasse von Frau Dechert. Nach der Hausaufgabenkontrolle führte die Lehrerin das Thema „Rechnen mit Geld ein“. 
In der zweiten Stunde ging ich dann wieder in die 1. Klasse. Die Schüler mussten im Plenum das Gedicht „Wir“ weiter auswendig lernen. Zum Schluss führte die Lehrerin dann noch einige W-Fragen (Wo, Was und Wann) ein.
Die dritte Stunde war eine Übungsstunde zum Buchstaben „W“. Die Schüler, die mit den Pflichtblättern fertig waren, konnten Freiarbeit (Lernspiele, Wörter stempeln. Lesen, usw.) machen.
In der vierten Stunde sollten die Schüler eigentlich Mathematik haben. Die Stunde ging aber fast ganz durch Disziplinschwierigkeiten verloren. Die Lehrerin konnte nichts Neues anfangen. 
26. Januar 2007
In der ersten Stunde war ich wieder beim evangelischen Religionsunterricht mit dem Pfarrer Bürger dabei. Es war eine 2. Klasse mit 8 Schülern. Der Pfarrer erzählte mit Fingerpuppen die Geschichte vom „Verlorenen Sohn“. Nach dem Erzählen der Geschichte mussten die Schüler selber Fingerpuppen basteln. Er schloss die Stunde mit einem Lied.
In der zweiten Stunde war ich ebenfalls beim evangelischen Religionsunterricht dabei. Es war eine 1. Klasse mit 4 Schülern. Nach einigen anfänglichen Konzentrationsübungen erzählte der Pfarrer die Geschichte von Jona. Er veranschaulicht die Szene wo Jona auf dem unruhigen Meer ist mit einer ca. 2 x 2 Meter großen Plane und einem Luftballon. Die Schüler dürfen an der Plane anfassen und das Meer toben lassen. Danach erzählt der Lehrer die Geschichte zu Ende.
In der dritten Stunde war ich in einer vierten Klasse. Die Lehrerin sammelte zuerst die verbesserten Mathearbeiten ein und führte dann das Thema „Malnehmen mit Komazahlen“ ein. 
In der vierten Stunde war ich ebenfalls in der vierten Klasse. Die Schüler lernten im Englischunterricht die Zehnerreihe (zehn, zwanzig, usw.) kennen. Die Aussprache musste sehr geübt werden. 
Zusammen mit meiner Gastschwester fuhr ich nachmittags in die Stadt, um ein par Filme auszuleihen. Abends schauten wir uns dann „Bandidas“ und „Sugar and Spice“ an. Es war ein lustiger Abend! 
27. Januar 2007
Es hat nachts ein wenig geschneit. Leider muss ich aber schon früh los, da mich Dennis und Bärbel Clackworthy schon früh abholen wollten. Sie kommen beide aus Südafrika, wohnen inzwischen aber schon viele Jahre in Deutschland. Kennen gelernt hatte ich die beiden durch Ruth Heil, zu deren 40jährigem Ehejubiläum wir auch zusammen fahren wollten. Frau Heil hatte ich im September vorigen Jahres kennen gelernt, als sie in Paraguay unterwegs war. Die Feier fand in einer katholischen Kirche in Fischbach im Bundesland Rheinland Pfalz (ca. 8 km von der französischen Grenze entfernt) statt. Nach der Feier in der Kirche gab es auch einen geselligen Teil im „Daniel-Theyson-Haus“. Dort kam ich dann mehr mit den Leuten in Kontakt und es wurde ein wirklich schöner und unvergesslicher Abend. Zu Nacht war ich dann bei der Familie Heil, wo sich an diesem Wochenende so einiges an Gäste aufhielt. Aber gerade das machte es aus, dass es mir dort auch nicht langweilig wurde. 
28. Januar 2007
Morgens wurde weitergefeiert. Wir fuhren wieder zu dem Lokal, wo wir am vorigen Abend gefeiert hatten. Dort frühstückten wir noch zusammen und hatten auch eine gemeinsame Andacht. Danach räumten wir noch ein wenig auf. Am frühen Abend machten wir uns dann wieder auf den Rückweg. 
29. Januar 2007
Diesen Vormittag verbrachte ich in einer 3. Klasse mit 24 Schülern. 
In der ersten Stunde hatten die Schüler Deutsch. Sie machten verschieden Vorübungen für das Diktat, das sie in nächster Zeit schreiben wollten.
In der zweiten Stunde war dann Rechnen dran. Zur Motivation wurde Rechenlotto gespielt. Danach mussten die Schüler in Schritten eine Sachaufgabe lösen, die dann anschließend im Plenum besprochen wurde. 
Im Sachunterricht (3. und 4. Stunde) beschäftigten die Schüler sich gerade mit dem Thema Indianer. In kleinen Gruppen bereiteten sie Referate über die Indianer Amerikas vor und trugen diese im Plenum der Klasse vor. 
Am späten Nachmittag fuhr meine Gastschwester dann noch mit mir zum Stadtschloss, das sich in der Stadtmitte befindet. Das Schloss wurde zwischen 1706 und 1721 nach Plänen von Johannes Dientzenhofer gebaut. Es handelt sich dabei um einen Barockbau, der früher als Residenz der fuldischen Landesfürsten diente. Danach gingen wir noch ein wenig in der Innenstadt spazieren. 
30. Januar 2007
In den ersten beiden Stunden war ich wieder wie in der ersten Woche bei Pfarrer Bürger. In beiden Stunden erzählte der Pfarrer die Geschichte von David, dem Hirtenjungen. 
In den letzten beiden Stunden ging ich wieder in die 3. Klasse. In der 3. Stunde war Mathe dran und die Schüler mussten einige Minusaufgaben in Schritten rechnen. Am Schluss der Stunde wurden die Ergebnisse dann im Plenum besprochen.
In der vierten Stunde war dann Sachunterricht dran. Die letzte Gruppe trug ihr Referat zum Thema Indianer vor. Dann war ich dran. Da die Lehrerin erfuhr, dass in Paraguay auch Indianer leben, hatte sie mich gebeten, etwas davon zu berichten. Also erzählte ich den Kindern von unseren Indianern und zeigte ihnen auch einige Bilder. Die Kinder waren sehr interessiert und hörten gut zu. Als ich nach meinem Kurzvortrag dann noch Raum für Fragen gab, da kamen dann auch viele Fragen. Zum Beispiel wollten die Kinder wissen, wie die Indianer in Paraguay heißen, ob sie auch zur Schule gehen, usw. 
Am Nachmittag war ich wieder allein im Haus und so habe ich nicht viel angestellt. 
31. Januar 2007
In den ersten beiden Stunden ging ich wieder in die 3. Klasse. Die Fächer waren Deutsch und Rechnen. Im Deutschunterricht beschäftigten sich die Schüler mit einem Text und im Rechnen wurde das Thema vom Vortag weitergeführt.
In den letzten beiden Stunden ging ich wieder in die 1 Klasse. Im Rechenunterricht wurde das Überschreiten des Zehners geübt und im Musikunterricht übte die Lehrerin passend zum Gedicht das Lied „Wir“ ein. 
01. Februar 2007

An diesem Vormittag ging ich wieder in die Klasse meiner Betreuerin. Im Rechenunterricht führte die Lehrerin verschiedene Messeinheiten ein. Im Deutschunterricht wurde dann das Gedicht „Der Abreißkalender“ von Ottfried Pörsel bearbeitet. 
In der 3.Stunde war dann Sachunterricht dran. Hier mussten die Schüler das in der vorigen Stunde angefangene Arbeitsblatt fertig machen und dann mussten sie lernen, wie man das Datum ausführlich aufschreibt. 
In der letzten Stunde erhalten die Schüler Musikunterricht. Sie üben das Lied „Probier´s mit Gemütlichkeit“ ein. Der Lehrer legt dabei sehr viel Wert auf eine klare und deutliche Aussprache des Textes. Dann verteilt er an alle Schüler Instrumente (Bsp. Kleine Trommeln, Klanghölzer, Triangeln, usw.), die diese dann im Takt mitspielen dürfen. Die Schüler sind begeistert und machen gut mit. 
Abends ging ich dann noch zusammen mit meiner Gastschwester ins Kino. Wir schauten und den Film „Blood Diamond“ an. 
02. Februar 2007
An diesem Tag war die Verteilung der Zeugnisse dran, deshalb hatten die Schüler nur zwei Stunden Unterricht. Gleich morgens musste ich für eine Weile Vertretung für Frau Dechert machen. Nach dem Unterricht hatte eine Lehrerin dann das ganze Kollegium zu einem Frühstück eingeladen. Es war eine tolle Atmosphäre da und wir konnten uns richtig gut unterhalten. Es kam mir so vor, als ob eine Gruppe Freunde zusammen etwas unternahm. Ich fand das Kollegium toll!
Nach dem Frühstück fuhr ich in die Stadt und machte dort einen Einkaufsbummel. 
Abends fuhr ich zusammen mit meiner Gastschwester, ihrer Kusine und einer Kubanerin nach Würzburg, wo wir einen Jugendgottesdienst besuchten. Anschließend gingen wir dann noch zusammen mit einigen anderen Jugendlichen in eine Bar („Mosquito-Bar“) und später dann noch in eine Disco („Airport“). Ich fühlte mich in der Disco überhaupt nicht wohl, da sie überfüllt war und außerdem war die Luft so stickig, dass man fast nicht atmen konnte. Wir übernachteten dann auch bei der Mutter meiner Gastschwester, die in Würzburg lebt. 
03. Februar 2007
Meine Gastschwester und ich machten uns früh auf und besuchten noch die Marienburg in Würzburg. Danach machten wir noch einen kleinen Stadtbummel und fuhren dann mit dem ICE zurück nach Fulda. Eigentlich wollten wir bei einer Jugendveranstaltung der Kirche mitmachen. Aber wir waren so müde, dass wir uns entschlossen Zuhause zu bleiben. Wir machten uns also lieber einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher. 
04. Februar 2007
In Frankfurt traf ich Jennifer, eine Studentin aus der „Paraguaygruppe“. Wir hatten uns dort verabredet, um zusammen nach Heidelberg zu fahren. Also fuhren wir zusammen nach Heidelberg, wo wir uns gleich in die Altstadt begaben. Dort besuchten wir unter anderem die Schlossruine (Heidelberger Schloss), den Philosophenweg und die alte Brücke. Es war sehr schön, ganz „tranquilo“ durch die Straßen der Altstadt zu schlendern und sie zu genießen. Den Abend verbrachte ich dann wieder bei meiner Gastfamilie.
05. Februar 2007
Nach zwei Wochen hatte ich in der Schule eine Lehrerin kennen gelernt, die aus dem gleichen Dorf kam wie ich und mich gerne mit in die Schule nahm. Also brauchte ich nicht mehr Bus zu fahren und konnte folglich morgens ca. eine ganze Stunde länger im Bett bleiben.
An diesem Vormittag ging ich wieder mit meiner Betreuerin in die 2. Klasse. Im Deutschunterricht der ersten beiden Stunden erzählen die Schüler dann erst einmal vom Wochenende, beschäftigen sich dann mit dem Gedicht „Der Abreißkalender“ und bearbeiten schließlich einen kurzen Text. Die Schüler hatten das Gedicht als Hausaufgabe auswendig gelernt und hatten die Gelegenheit es der Klasse vorzutragen. Mir gefiel sehr gut, dass der Schüler, der vorgetragen hatte, anschließend von seinen Klassenkameraden gesagt bekam, was er gut gemacht hatte und woran er noch arbeiten konnte, um besser zu werden.
In der dritten Stunde war Mathematik dran. Da die Lehrerin mit dem Rest der Klasse praktische Messaufgaben machen wollte, half ich dem rechenschwachen Schüler bei seinen Aufgaben.
Im Sachunterricht hatten dann zwei Schüler einen Abreißkalender mitgebracht und die Lehrerin gab ihnen Gelegenheit, sie der Klasse vorzustellen. Dann mussten die Schüler das in der vorigen Stunde angefangene Arbeitsblatt beenden. 
Nachmittags fuhr ich zusammen mit meiner Gastschwester, ihrer Schwester und deren Kinder auf die Wasserkuppe. Die Wasserkuppe ist mit etwas mehr als 900 Metern der höchste Berg Hessens. Leider war es an diesem Tag so nebelig, dass wir keine zehn Meter weit schauen konnten. Also machten wir dort einen kleinen Spaziergang im Schnee und fuhren zurück.
06. Februar 2007
In den ersten beiden Stunden ging ich in eine 3. Klasse mit 25 Schülern. Dort wurde katholische Religion unterrichtet. Thema der Stunde war „Der gute Hirte“. Zuerst erzählte die Lehrerin die Geschichte in Form einer Fantasiereise, danach sprach sie mit den Schülern im Plenum über die Geschichte. Zum Schluss mussten die Schüler aufschreiben, wie sie selber die Freundschaft zu Jesus aufrechterhalten wollten und durften dann noch ein Bild mit dem „Guten Hirten“ ausmalen. In der zweiten Stunde beschäftigten die Schüler sich im Deutschunterricht mit dem Text „Plitsch der Wassertropfen“. Nachdem sie die Geschichte gelesen hatten, mussten die Schüler diese in einem Kreis durch Bilder oder auch einzelne Worte darstellen. 
In der dritten Stunden war ich dann wieder in der Klasse meiner Betreuerin. Zur Motivation durfte ein Schüler einen Zaubertrick, den er von Zuhause mitgebracht hatte, vorführen. Dann beschäftigten die Schüler sich im Deutschunterricht mit dem Unterscheiden von „G/g“ und „k/K“ Wörtern. 
Da die Schüler in der letzten Stunde in den Sportunterricht gingen, hatte ich frei und fuhr in die Innenstadt. 
Am Nachmittag fuhr ich mit meiner Gastschwester nach Würzburg, um dort einzukaufen. 
07. Februar 2007
In den ersten Stunden war ich in der 1. Klasse. Dort stellte ein Schüler zu Anfang ein Spiel vor, das ihm sehr gefiel. Danach wurden die Übungssachen zum Buchstaben „Ei“ zu ende gebracht. Im Bastelunterricht bastelten die Schüler „Wilde Kerle“. Die Lehrerin hatte ihnen eine Fantasiegeschichte von den „Wilden Kerlen“ vorgelesen und jetzt durfte jeder Schüler nach seiner eigenen Fantasie einen „Wilden Kerl“ basteln. Dieses diente als Vorbereitung für Fasching. 
In den letzten beiden Stunden war ich wieder in der Klasse meiner Betreuerin. Auch hier bereiteten sich die Schüler bastelnd auf das Faschingfest vor. Die Schüler hatten schon vorher Masken angefertigt. An diesem Tag wurde dann im Plenum jede einzelne Maske besprochen. Es wurde gesagt, was gut war und wo der einzelne Schüler noch etwas an seiner Maske verbessern könnte. Nach der Bewertung nahm sich dann jeder Schüler seine Maske und stellte sie fertig. 
Nach dem Unterricht war ich noch kurz einkaufen. Dann machten meine Gastschwester uns an die Arbeit und machten paraguayisches Essen. Zuerst backten wir „Chipa“ und dann auch noch zwei verschiedene Arten „Sopa“. 
08. Februar 2007
In den ersten beiden Stunden ging ich wieder in die 2. Klasse und war dort beim Rechen- und Deutschunterricht dabei. 
In der Pause bot ich den Lehrern im Lehrerzimmer mein typisch paraguayisches Gebäck an. Alle probierten und die meisten wollten auch die Rezepte haben.
In der dritten Stunde war machte ich dann für eine Lehrerin Betreuung. Ich musste nur danach schauen, dass es im Betreuungsraum ordentlich zuging. 
In der letzten Stunde war ich dann noch im Förderunterricht mit meiner Betreuerin dabei. Hier wurden Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen extra gefördert. 
Am Schluss des Vormittages verabschiedete ich mich dann von meinen „Kollegen“, die mir inzwischen schon richtig gut vertraut waren. 
Meine Gastschwester holte mich dann bei der Schule ab und wir fuhren zum Mittagessen zu ihrer Schwester. 
Am späten Nachmittag fuhren meine Gastschwester, einer ihrer Neffen und ich dann noch zum Rauschenberg, der ganz in der Nähe von Steinau, dem Dorf wo ich wohnte, lag. Dort lag noch Schnee und wir hatten von dort aus eine richtig gute Aussicht auf das Dorf. 
Abends machten wir uns einen gemütlichen Abend mit Filmschauen („Zum Teufel mit den Millionen“ und „Erin Brockowish“. 
09. Februar 2007
Morgens schlief ich nach langer Zeit endlich mal wieder aus. Dann fuhr ich mit meiner Gastschwester mit zu ihrem Großeltern. Sie sprachen auch noch das Plattdeutsch, dass wir auch sprechen. Das war für mich ganz interessant. Sie erzählten uns dann auch noch wieder einiges von ihren Erfahrungen in Russland. Danach fuhren wir noch kurz zu dem Bruder meiner Gastschwester. Anschließend fuhr sie mich in die Innenstadt, wo ich dann den Rest des Tages mit Einkaufen verbrachte. Abends fuhren wir in die Kirche. Dort machte ich bei den Singproben des Jugendchores mit. Danach kamen noch die Eltern von einem Jungen vorbei, der zurzeit einen christlichen Dienst in Paraguay macht. Sie hatten mich durch ihre Tochter, die auch an der Grundschule Haimbach ist, kennen gelernt und wollten von mir gerne etwas mehr über das Land erfahren, in dem sich ihr Sohn zurzeit aufhält. Es war auch eine interessante Unterhaltung. 
10. Februar 2007
Morgens hatte meine Gastschwester noch zwei Freundinnen eingeladen, mit denen wir zusammen ein „Abschiedsfrühstück“ genossen. Zu Mittag waren wir dann noch bei ihrer Schwester und ihrem Schwager eingeladen. Den Rest des Tages war ich mit packen beschäftigt. Außerdem hatten meine Gastschwester und ich uns noch so einiges zu erzählen, bevor wir uns wieder trennen mussten. 
11. Februar 2007
Nachdem ich meine letzten Sachen zusammengepackt hatte, verabschiedete ich mich von meiner Gastfamilie. Mein Gastschwester und ihre verheiratete Schwester brachten mich dann mit dem Auto zum Flughafen in Frankfurt. Dort traf ich dann auch die anderen Studenten wieder und um ca. 18.00 Uhr ging unser Flieger dann endlich. 
12. Februar 2007
Ich war heilfroh, als ich nach etwa 18stündigem Flug wieder wohlbehalten beim Flughafen „Silvio Pettirossi“ in Asunción ankam. Endlich war ich wieder Zuhause!


Schlussfolgerung 

Ich kann es noch fast nicht glauben, dass ich wirklich in Deutschland gewesen bin. Es war schon immer mein Traum, irgendwann einmal dieses mir aus dem Fernsehen so gut bekannte Land zu besuchen. Aber ich wusste auch, dass so eine Reise mit sehr vielen Unkosten verbunden ist und ich es daher vielleicht nie bis dort schaffen würde. Jetzt ist dieser Traum Wirklichkeit geworden und ich bin allen, die dazu beigetragen haben, dass ich diese Reise mache konnte, herzlich dankbar dafür.
Rückblickend kann ich sagen, dass sich die Reise voll und ganz gelohnt hat. Endlich hatte ich einmal die Gelegenheit, die Hochdeutsche Sprache voll und ganz einzusetzen. Es ist ja nämlich so, dass ich Zuhause in der Familie und mit Freunden immer Plattdeutsch spreche. Dadurch, dass ich jetzt aber sechs Wochen nur mit der Hochdeutschen Sprache konfrontiert wurde, hat sich diese bei mir auch verbessert. 
Ich habe in diesen sechs Wochen einen kleinen Einblick in die deutsche Kultur bekommen. Sehr gut gefallen hat mir die Ordnung und die Pünktlichkeit (z.B. bei der Ankunft und der Abfahrt der Züge), die nirgends fehlten. 
In den Schulen ging es ähnlich wie bei uns zu. Meistens waren die Schüler artig und machten gut mit. Mir fiel auf, dass die Schüler in Deutschland schon in den unteren Klassen der Grundschule einen sehr ausgeprägten Wortschatz haben. Das liegt wahrscheinlich aber auch daran, dass sie von klein auf mit der deutschen Sprache vertraut sind. Die Schulen in Deutschland sind in der Regel auch weit besser ausgestattet als unsere Schulen. Die Schüler werden schon von klein auf zur Selbstständigkeit erzogen. 
Auch bei der Gastfamilie fühlte ich mich sehr wohl. Das lag wohl auch daran, dass ich meine Gastschwester schon kannte und dass sie wie ich Christen sind. Da es Russlanddeutsche waren, lernte ich auch viele Sachen aus der russischen Kultur kennen, was mir sehr gefiel. 
Toll fand ich auch die Organisation der Reise. Es war schön die hochmoderne Stadt Berlin kennen zu lernen. Dort konnte ich Orte (Z.B. das Brandenburger Tor), die ich nur aus der Deutschen Welle (Deutsches Fernsehen) kannte, persönlich besuchen. Das war schon überwältigend! Aber auch die Altstadt Freiburg war sehr interessant. Es war der Gegenpol zu Berlin. Dort war alles plötzlich so ruhig. Fast so ruhig wie bei uns Zuhause. Auch die Organisation in der PH war gut. Fast alle Dozenten wussten Bescheid und haben uns freundlich in ihren Vorlesungen oder Seminaren aufgenommen. 
Das Wetter ist ja im Winter leider nicht so schön und man kann viele Sachen nicht machen, die man sonst so machen könnte. Mir waren zum Beispiel die grauen Wolken, die sich während fast der ganzen sechs Wochen am Himmel zeigten schon ganz über. Die Sonne war deshalb auch eine von den „Sachen“, die ich am meisten vermisste. 
Abschließend möchte ich noch einmal ein großes DANKE an alle weitergeben, die mir diese „Horizonterweiterung“ ermöglicht haben. 

© Joela Fabiane Sawatzky. Lenguas Vivas - Buenos Aires. 2007