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Michael Köhlmeier:Zwei Herren am Strand(Hanser) München 2014, 254 S. 17,90 €
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Chaplin trifft Churchill
Die teils reale, teils fiktive Begegnung von Chaplin und Churchill als Roman. Es ist aber sehr viel Recherche eingearbeitet, im Stil eines Chronisten. Das und die komplizierte Erzählperspektive stören den Lesefluss. Manchmal ist man eben mittendrin in der Realgeschichte, für die – quasi im wissenschaftlichen Modus - allerlei Referenzen zitiert werden.
Die beiden Herren verbindet die Existenz der „schwarzen Hunde“, also die Suizidgefährdung. Chaplin überwindet sie mit der „Methode des Clowns“, Churchill letztlich mit der Methode des (totalen?) Krieges gegen Hitler.
Der große Meister des raunenden Präteritums stellt sich durch die komplexe Anlage des Buches selbst ein Bein und erreicht diesmal nicht diesen narrativen Sog, den wir an ihm so lieben.
Michael Seeger, 12. Dezember 2014
© 2002-2022 Michael Seeger, Letzte Aktualisierung 14.11. 2015